Urteil: Vorsicht bei Bewertungssiegeln

Bewertungssiegel sind ein beliebtes Mittel, um dem eigenen Shop ein Trust-Element zu geben und bei potentiellen Kunden Vertrauen zu wecken. Ein Urteil des Landgerichts Köln bedeutet nun: Aufgepasst, eine falsche Nutzung solcher Siegel ist wettbewerbswidrig.

Im konkreten Urteil (Urt. v. 1.8.2017, 33 O 159/16) ging es um die Nutzung eines Bewertungssiegels von „ausgezeichnet.org“, das Kundenbewertungen von verschiedenen Anbietern gebündelt anzeigt. Ein Händler hatte das Siegel auf seinem Online-Shop ausgewiesen. Die gebündelten Kundenbewertungen enthalten auch solche, die von anderen Verkaufsplattformen wie Amazon oder Ebay stammten. Von den rund 32.000 Bewertungen stammten nur 27 vonVerkäufen des Shops. Um das kenntlich zu machen, fügte der Verkäufer dem Siegel die Angabe „auf mehreren Portalen“ hinzu.

Das sei aber nicht ausreichend befand das LG Köln und wies die Nutzung des Bewertungssiegels als irreführend aus. Bewertungen von unterschiedlichen Plattformen seien zudem nicht vergleichbar, da einerseits die Verkaufsbedingungen und zum anderen die Bewertungssysteme abwichen, entschied das Gericht. Um einer Abmahnung zu entgehen, sollten Sie also vorsichtshalber auf kumulative Siegel, die Bewertungen über mehrere Kanäle zusammenfassen, vorerst verzichten und nur die Bewertungen für den jeweiligen Kanal anzeigen lassen.